Leinenpflicht...ja oder nein? Dieses Thema ist und bleibt ein Dauerbrenner unter den Hundehaltern.

 

 

Kaum jemand ist wirklich genau darüber informiert, ob er seinen Hund auf dem gerade befindlichen Terrain anleinen muss oder nicht. Immer wieder kommt dieses Thema auf meinen Gassi-Gängen im Plausch mit anderen Hundeleuten hoch ... aber auch mit solchen Zeitgenossen, denen Hunde (ob nun angeleint oder nicht) einfach nur ein Dorn im Auge sind - die Erkenntnis ist allzu oft ein gefährliches Halbwissen meines Gegenübers.

Um dies zu eruieren muss man nun aber wirklich kein Fachmann sein, man sollte halt nur wissen wo es steht! Dabei muss allerdings grundsätzlich unterschieden werden, ob man sich auf Gebieten des Staatsforstes befindet oder aber auf kommunalem Gelände:

 

Staatsforst

Leinenpflicht in Wald & Flur des Staatsforstes wird grundsätzlich in den Landesjagd-Gesetzen des betreffenden Bundeslandes geregelt. Die allermeisten Bundesländer haben hierfür keine generelle Regelung, jedoch kann hier auch eine ständige Leinenpflicht verankert sein (z.B. Brandenburg, Hamburg, Thüringen).

Besteht eine solche Leinenpflicht, so ist diese auch explizit erwähnt und benannt! Besteht sie hingegen nicht, steht auch im Gesetztes-Text nichts davon geschrieben - und genau das ist oft das Problem ... die Menschen finden im Gesetz keinen greifbaren Wortlaut und sind verunsichert.

 

Neben den normalen Waldgebieten gibt es dann noch ausgewiesene Naturschutzgebiete. Hier wird oft kolportiert, dass man Hunde in Naturschutzgebieten immer anleinen muss. Das ist nicht der Fall! Auch dies wird auf Länderebene geregelt, und zwar in den Landesnaturschutzgesetzen. Auch hier gilt: Verbotenes steht geschrieben. Beschilderungen vor Ort können jedoch anderweitige Regelungen beinhalten welche zu befolgen sind! 

 


Im folgenden möchte ich im Speziellen auf die Regelungen  im Saarland eingehen:

Im Gegensatz zu anders lautenden, immer wieder zu hörenden Meinungen: In der Geschichte des Saarlandes gab es noch niemals eine generelle Leinenpflicht für Hunde im Bereich des Staatsforstes.

Bis 31. März 2014 galt im Saarland "ein Hund darf sich in Wald und Flur über das gesamte Jahr ohne Einschränkung frei bewegen". Mit Stichtag zum 01. April 2014 trat dann die Neuregelung des Saarländischen Landesjagd-Gesetz (SJG) in Kraft.

Gespickt mit zahlreichen Neuerungen für den Jagdbetrieb war auch der gemeine Hundehalter davon betroffen: Eine der wichtigsten Errungenschaften des neu aufgelegten SJG war das Abschussverbot für Haustiere - kein Hund und keine Katze darf im Saarland mehr erschossen werden (§ 32 (16) )! Mit einher erging aber auch eine "Quasi-Leinenpflicht" während der Brut- und Setzzeit vom 01. März - 30. Juni. Diese besagt, dass Hunde in dieser Zeit angeleint werden müssen wenn sie nicht zuverlässig im Bereich der Wege verbleiben. Abrufbare Hunde dürfen jedoch im Bereich der Wege weiterhin im Freilauf agieren (§ 33 (2) ). 

Zuverlässig wird wie folgt definiert: Das Tier ist stets abruf- und kontrollierbar. Der Halter behält stets die Kontrolle über seinen Hund und übt diese Kontrolle auch aus.

Ein Verstoß kann mit einem Bußgeld belegt werden.

 

 

Für Naturschutzgebiete gibt das Saarländische Naturschutz-Gesetz (SNG) keine Einschränkung für Hunde bekannt, übergreifend gelten jedoch auch hier die Verordnungen laut SJG !

 

Fazit: Im Saarland besteht keine generelle Leinenpflicht - die Einschränkung während der Brut- und Setzzeit betrifft nicht alle Hunde. Jeder der sich anderweitig äußert hat entweder keine Ahnung oder tut dies entgegen besseren Wissens!


Gemeinde-Wald und kommunale Anlagen

In Stadt- und Gemeinde-Wäldern sowie öffentlichen Anlagen der Kommune findet das Landesjagd- und Naturschutzgesetz der Bundesländer keine Anwendung. Regelungen bezüglich einer bestehenden  Leinenpflicht sind meist in den Polizeiverordnungen der Kommune geregelt, häufig aber an den LJG´  s des Bundeslandes angelehnt.

Im Normalfall sind Hunde in Parkanlagen, innerstädtischen Bereichen etc. anzuleinen, was häufig durch Beschilderung kenntlich gemacht wird.